TENNESSEE 

Der Musikstaat der USA 

Ganz viel Neues in Tennessee für 2022

Ein brandneues Fußballstadion in Nashville, große Feiern zum 45. Todesjahr Elvis Presleys in Memphis, ein Denkmal für die afroamerikanischen Soldaten des Bürgerkriegs – Tennessee plant für das Jahr zahlreiche neue Attraktionen und Veranstaltungen. 

Tennessee steht für Country Music, Blues und Rock ‘n‘ Roll mit täglich mehr als 700 Live-Konzerten und vielen Museen. Auch an beeindruckender Natur fehlt es nicht: vom gewaltigen Mississippi River bis zum tiefgrün bewaldeten Nationalpark Great Smoky Mountains. Dazu gibt es Großstadt-Kultur in Memphis, Nashville, Knoxville und Chattanooga. Überall warten Gaumenfreuden von Barbecue bis zu Tennessee Whiskey und unzählige Festivals. Im neuen Jahr aber kommen noch mehr Gründe für eine Reise dazu.

So soll in Nashville im Mai das Nashville Soccer Club Stadium eröffnen. 30.000 Zuschauer erleben dann im Stadtteil Wedgewood-Houston Fußball der obersten USA-Liga MLS. Nicht um American Football geht es; damit glänzen schon lange die Tennessee Titans im Nissan Stadium. Geboten wird vielmehr jetzt auch Fußball, wie man ihn in Europa kennt und der in den USA immer beliebter wird. Im Mittelfeld spielt für den Nashville Soccer Club NSC Hany Mukhtar aus Berlin. Gleich am 1. Mai geht es gegen Philadelphia. Auch große Live-Konzerte wird es im neuen Stadion geben.

Graceland in Memphis begeht das ganze Jahr über den 45. Todestag Elvis Presleys am 16. August. Die Veranstaltungsreihe “Elvis 45” ehrt den König des Rock ‘n’ Roll mit zusätzlichen Filmvorführungen, Konzerten und einer besonders umfangreichen Ausgabe der Festival-Woche Elvis Week vom 9. bis 17. August. Die Einzelheiten findet man online. Und im nahen Memphis Zoo eröffnet im Frühjahr ein Wasserpark mit Rutschen und Spielzeugen, in dem sich nicht die Tiere, sondern Besucher abkühlen.

Zwischen den beiden größten Städten des Staates, in Brownsville, entsteht ein ruhiger Gegenpol zu Fußball und Elvis, aber auch mit Star-Bezügen: Im Frühjahr eröffnet hier ein Netz von gut sieben Kilometern naturnaher Wanderwege, auf denen auch Joggen und Mountainbiking erlaubt sein werden. Die Rockin‘ Roll Hatchie Trails am Ufer des kleinen Flusses Sugar Creek informieren über Tina Turner, die aus der Region stammt und für die es ein Museum in Brownsville gibt, sowie den 1977 verstorbenen Bluesmann Sleepy John Estes, auch er ein Sohn des Ortes mit eigener Ausstellung neben der für Tina. Ein Weg heißt Yank’s Mandolin nach der Blueslegende Yank Rachell, und man überschreitet eine Brücke namens Hammie’s Harmonica zu Ehren von Hammie Nixon. Beide nahmen zusammen mit Sleepy John Estes Platten auf.

Besonders beeindruckend zeigt sich Tennessees Natur am anderen Endes des Staates, ganz im Osten im Nationalpark Great Smoky Mountains. Am Rande des Schutzgebiets, in Sevierville, entsteht gerade die SkyLand Ranch. Voraussichtlich ab April bringt ein Sessellift Besucher zu einer Bergachterbahn, einer Hängebrücke, zu Baumwipfelpfaden sowie geretteten Kühen und Eseln aus dem Tierschutz.

Die nahe, quirlige Universitätsstadt Knoxville feiert das ganze Jahr über das 40. Jubiläum der Weltausstellung von 1982. Geplant sind Stadtteilfeste mit Essen und Musik aus vielen Kulturen, Technologie-Schauen, geschichtliche Stadtführungen und Spaß für Kinder. Am 21. Mai steigt eine große Zeremonie im World’s Fair Park. Die Weltausstellung war eine der wenigen ohne Verlust. Bei mehr als elf Millionen Besuchern betrug der Gewinn zwar nicht wie erhofft fünf Millionen, aber immerhin noch zweistellig 57 Dollar.

Knoxville baut auch sein schon legendäres Angebot an Craft Beer-Brauereien weiter aus. Im Frühjahr eröffnet mit Ebony & Ivory Brewing das 23. Lokal, das erste in der Stadt mit einem afroamerikanischen Miteigentümer. Der Co-Gründer des Startups in North Knoxville, Chico Dupas, und sein weißer Partner Mitchell Russell wollen mit gutem Bier Diversität und alternative Lebensweisen fördern. Hopfen und Malz sollen die Menschen zusammenführen.

Wie wichtig die Afroamerikaner in Tennessees Geschichte waren, unterstreicht die für den Juni geplante Enthüllung des U. S. Colored Troups Monument im Fort Defiance Civil War Park von Clarksville, weit im Nordwesten des Staates. Das Denkmal ehrt die mehr als 20.000 schwarzen Tennesseans, die im Bürgerkrieg 1861 bis 1865 auf Seiten der Nordstaaten gegen die Sklaverei und für die Freiheit gekämpft haben.

Die Kleinstadt Cleveland im Südosten von Tennessee fügt den vielen Musik- und Kulturfestivals des Staates noch ein weiteres hinzu. Am 9. April steigt erstmals das Hot Slaw and Art Y’all. Es geht um den warmen Cole Slaw, der diese Stadt auf die kulinarische Landkarte gebracht hat, garniert mit Kunst aus der Stadt.

Umweltschützer im nahen Chattanooga wollen bis Ende des Jahres den Wander- und Radweg South Chickamauga Creek Greenway fertigstellen. Die 20 Kilometer lange Route verläuft in Teilen auf Stegen aus Holz durch weniger bekannte Teile der ökologischen Vorzeigestadt im Südosten der USA und ergänzt den schon länger bestehenden Tennessee Riverwalk. Am Trail gebaut wird schon seit 20 Jahren. Zur Begründung heißt es: „Im Abschnitt, an dem wir jetzt arbeiten, ist der Fels so hart, dass wir nur sechs Zoll am Tag vorankommen.“ Das sind nun einmal nur 15 Zentimeter. Vor allem aber wird genau darauf geachtet, dass keine seltenen Pflanzen und Tiere wie etwa Fledermäuse gestört werden, von denen einige nur am Gelände des Trails leben.

In Chattanoogas Vorort South Pittsburg soll im Spätsommer das Lodge Cast Iron Museum eröffnen. Gezeigt wird die Geschichte einer 125 alten Eisengießerei. Glanzstück der Ausstellung ist die angeblich größte gusseiserene Bratpfanne der Welt mit einem Durchmesser von fünfeinhalb Metern.