Corona in Tennessee

Auch Tennessee kämpft gegen die Pandemie. Hier lesen Sie über wesentliche Regelungen - über Einschränkungen und deren Lockerungen.

Stand: Dienstag, 24. November, 18.30 Uhr

Tennessee hat seit dem Frühjahr vorsichtig Hotels, Restaurants, Einzelhandel und Attraktionen wiedereröffnet in vorab genau festgelegten Schritten, die von den Infektionszahlen abhängen. Allerdings gelten weiterhin Einschränkungen, zum Beispiel bei den Kapazitäten von Restaurants und Attraktionen, mit dem Ziel, die Entwicklung in die richtige Richtung zu lenken. Eine Sonderseite des Gesundheitsministeriums informiert laufend über die Entwicklung der Corona-Infektionen in Tennessee. Weiterhin liegen die Infektionszahlen höher als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von Ende Juli bis Anfang September gab es einen starken Rückgang der Neuinfektionen. In den letzten Wochen ging der Trend leider wieder steil nach oben, doch scheinen die Zahlen nun wieder zu fallen.

Seit dem 14. März besteht ein Einreisestopp der USA für die meisten Europäer aus dem Schengen-Raum und der Schweiz. Die deutsche Bundesregierung hat ihre generelle Reisewarnung für Auslandsreisen in Drittstaaten, also außerhalb der EU und einiger weiterer europäischer Länder, zum 1. Oktober aufgehoben. Seitdem gelten Einschätzungen für einzelne Länder oder Teile davon kommen. Für die USA bleibt es leider erstmal bei der Reisewarnung. 

Gouverneur Bill Lee hat die Notstandsregelungen vom 12. März schon einige Male verlängert. Dabei handelt es sich vor allem um Bestimmungen, die Verwaltung den Bedingungen under der Pandemie anzupassen. Bereits am 24. April hat der Gouverneur entschieden, dass die meisten Geschäfte in 89 der 95 Counties von Tennessee ab 1. Mai wieder öffnen durften. Seit dem 22. Mai galten für diese meist ländlichen Counties mit damals sehr geringen Infektionszhalen per Gouverneurs-Erlass weitere Erleichterungen. Einzelheiten stehen im Tennessee Pledge, einem Maßnahmenplan, den die Regierung zusammen mit gesellschaftllich relevanten Gruppen erarbeitet hat. Restaurants, Einzelhandel und Attraktionen sind geöffnet, sofern sie Sicherheitsvorgaben einhalten. So muss ein Mindestabstand von sechs Fuß (1,8 Metern) gewährleistet sein. Angestellte müssen Masken tragen und auch sonst strengste Hygienevorgaben einhalten. Sie dürfen, müssen aber von ihren Gästen nicht verlangen, ebenfalls Masken zu tragen. Auch Konzerte sind in diesen Counties möglich. Dabei muss aber, weil beim Singen leicht Viren verteilt werden können, ein Mindestabstand von 15 Fuß (4,7 Meter) zwischen Vokalisten und sowohl Publikum als auch Instrumentalisten eingehalten werden, was in kleinen Musiklokalen nur schwierig umsetzbar sein kann. Neben diesen wesentlichen Einschränkungen gelten vielfältige weitere Regelungen.

Knox County mit Knoxville hat sich dem Tennessee Pledge angeschlossen und um eigene Regeln ergänzt, darunter auch die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden. Für die verbleibenden fünf Counties hat die Staatsregierung zusammen mit den lokalen Behörden örtliche Strategien ausgehandelt. Es handelt sich um: Shelby (mit Memphis), Madison (mit Jackson, nicht aber Brownsville), Davidson (mit Nashville), Hamilton (mit Chattanooga) und Sullivan (mit Kingston und dem Tennessee-Teil von Bristol).

Überall im Staat ist der Einzelhandel, meist unter Einschränkungen, wieder geöffnet. In vielen Städten, darunter auch Nashville, Memphis, Knoxville, Pigeon Forge und Franklin, gilt in der Öffentlichkeit Maskenpflicht.

Zur Wiedereröffnung von Memphis informieren Sie sich bitte in deutscher Sprache hier.

Nashville befindet sich seit dem 1. Oktober an das zweite Mal in der nun modifizierten dritten Phases seiner Wiedereröffnung. Diesen Schritt hatte die Stadt wegen der bis dahin guten Entwicklung der Infektionen bereits am 22. Juni getan, musste aber am 3. Juli wegen dann steigernder Zahlen wieder zurück in die zweite Phase gehen. Jetzt gelten wieder teils weniger strenge Regeln, für Restaurants aber Verschärfungen: Im öffentlichen Raum gilt Maskenpficht. Geschäfte dürfen mit drei Vierteln ihrer Besucherkapazität geöffnet sein. Versammlungen von mehr als 25 Personen sind nur mit behördlicher Genehmigung zulässig und setzen ein bestätigtes Hygienekonzept voraus. Restaurants und Bars dürfen 50 Prozent ihrer Kapazität besetzen (für Restaurants waren es 75 Prozent in der Phase zwei) , aber nicht mehr als 100 Personen pro Stockwerk einlassen; für ihren Außenbereich gilt dasselbe Limit. Abstand muss dabei gewahrt werden, um 23.00 Uhr müssen die Lokale schließen. Nicht mehr als acht Personen dürfen an einem Tisch sitzen. Live-Musik ist in der Stadt erlaubt, nicht aber Tanzen. Busse dürfen zu 50 Prozent besetzt sein, dies aber mit maximal 15 Fahrgästen. Über Einzelheiten informiert die Stadtverwaltung hier. Die Wiedereröffnung läuft unter dem Programm "Good to Go". Das Verkehrsbüro der Stadt und die Universitätsklinik der renommierten Hochschule Vanderbilt beraten und zertifizieren Geschäfte aller Art, die Touristen bedienen, auch Musikclubs und Einzelhandel. Dieses Programm ist das erste seiner Art in den USA. Es waren Forscher der Vanderbilt University, die auch mit einer Anschubfinanzierung von einer Million Dollar von Dolly Parton jenen Impfstoff der Firma Moderna entwickelt haben, von dem jetzt bis zu 160 Millionen Dosen in die Europäische Union geliefert werden sollen.  

Auch die 54 State Parks in Tennessee sind schon lange wieder geöffnet, einschließlich für Übernachtungen. Es ist ratsam, jeden Besuch vorab online anzumelden, da sonst die Abweisung am Eingang wegen zu großer Besucherzahlen möglich ist. Parks können wieder geschlossen werden, sobald sich dort zu hohe Besucherzahlen abzeichnen sollten.

Hier einige weitere, keineswegs vollständige Nachrichten, die uns erreicht haben. Für sämtliche Wiedereröffnungen unten gelten Einschränkungen:

  • Die Country Music Hall of Fame & Museum in Nashville sind geöffnet. Wegen Begrenzungen der Kapazität empfiehlt das Museum, rechtzeitig vor dem Besuch online Eintrittskarten zu kaufen.
  • Die Grand Ole Opry in Nashville, die gerade den 95. Geburtstag gefeiert hat, bietet kostenlos gestreamte Konzerte an jedem Samstag. Seit dem 3. Oktober werden auch wieder Präsenz-Zuschauer eingelassen. Besetzt wir nur ein Bruchteil der regulären Kapazität, sodass Vorab-Reservierungen für den Besuch notwendig sind. Es gibt wieder Backstage-Touren hinter der Bühne.
  • Das Frist Art Museum in Nashville ist für Besuche mit vorab online gekauften Tickets geöffnet.
  • Das Verkehrsbüro von Nashville listet zahlreiche virtuelle Erlebnisse.
  • Der Great Smoky Mountains National Park ist offen. Die allermeisten Straßen sind wieder geöffnet worden. Die Visitor Centers sind wieder geöffnet, sowie auch die meisten Campingplätze. Geschäfte im Park aber, bespielsweise Reitställe, sind bisher noch geschlossen. 
  • In Sevier County, zu dem auch Gatlinburg, Pigeon Forge und Sevierville gehören, gilt bis vorerst mindestens zum 29. Dezember, Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.
  • Dollywood in Pigeon Forge ist geöffnet, so wie auch das DreamMore Resort. Die Ferienhäuser Dollywood’s Smoky Mountain Cabins waren durchgehend und sind weiterhin in Betrieb. Der Wasserpark Splash Country hat jetzt zum Saisonende geschlossen.
  • Die Dinner-Show Pirates Voyage in Pigeon Forge ist geöffnet.
  • Die Dinner-Reitershow Dolly Parton's Stampede ist geöffnet.
  • Das Dinner-Theater Paula Deen's Lumberjack Feud in Pigeon Forge und der dazugehörige Adventure Park sind geöffnet.
  • Eine Sonderseite von Pigeon Forge sammelt viele Informationen über die Auswirkungen von Corona auf Attraktionen und Veranstaltungen in der Stadt.
  • Auch die Nachbarstadt Sevierville informiert.
  • Der Themenpark Anakeesta in Gatlinburg ist geöffnet. Am 8. Juli wurde dort der neue Aussichtsturm AnaVisa eingeweiht mit Panoramablick auf das Hauptmassiv der Great Smoky Mountains und bei schönem Wetter auch bis nach Kentucky.
  • Das tägliche kostenlose Konzert Blue Plate Special von WDVX in Knoxville ist vorerst ausgesetzt. Es gibt aber zur gewohnten Zeit montags bis samstags 12.00 Uhr Ortszeit Aufnahmen aus den Archiven, die zudem auch im Nachhinein als Podcast hörbar sind.
  • Das National Civil Rights Museum in Memphis ist geöffnet.
  • Graceland mit seinem Besucherzentrum Elvis Presley's Memphis ist geöffnet. Wegen der begrenzten Kapazität empfiehlt Graceland, Eintrittskarten vorab online zu kaufen. 
  • Das Tennessee Aquarium in Chattanooga ist geöffnet. Es gilt Maskenpflicht.
  • Rock City Gardens bei Chattanooga, die auf dem Staatsgebiet von Georgia liegen, sind geöffnet. Die Kapazitäten sind eingeschränkt. Deshalb wird die Online-Buchung von Eintrittskarten empfohlen. Es gilt Maskenpflicht.
  • Das Birthplace of Country Music Museum ist in der Zwei-Staaten-Stadt Bristol, das auf dem Staatsgebiet von Virginia liegt, ist geöffnet.
  • Bonnaroo, das große Rock-Festival im Woodstock-Stil in Manchester, war für 2020 endgültig abgesagt worden. Es hatte bereits eine Verschiebung von Juni auf den September gegeben, aber dieser Plan wird nun nicht umgesetzt. Das nächste Bonnaroo ist für den 2. bis 5. September 2021 geplant. 
  • Das CMA Fest 2020 in Nashville, es war für den Juni geplant, wurde abgesagt. Tickets für das weltweit größte Festival der Country Music sollen ihre Gültigkeit für das CMA Fest 2021 vom 10. bis 13. Juni behalten. Auch sollen Erstattungen unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Das Festival informiert auf einer Sonderseite.
  • Der Festivalmonat Memphis in May ist nun endgültig wegen Corona für 2020 abgesagt worden. Ursprünglich für den Mai geplant, waren die Veranstaltungen auf den Herbst 2020 verschoben worden. Aber die neuen Termine für 2021 stehen schon fest: 30. April bis 29. Mai. So soll das Beale Street Music Festival vom 30. April bis 2. Mai an den Start gehen, und der World Championship Barbecue Contest vom 12. bis 15. Mai.

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